Winfried Scheler: Maler, Fotograf und Bildhauer, lebt in Wachtberg
Jahrgang 1953, in Aachen geboren, Studium 1974-1980 Pädagogik und Psychologie in Bonn
1983 – 2016 selbständiger Künstler im Bereich Malerei, Skulptur und Fotografie, Mitgründer der „Hof Art“ in Wachtberg
Einzel- und Gruppenausstellungen in u.a. Köln, Bonn, Heidelberg, Stockholm, Wachtberg
Viele Bilder und Skulpturen sind in Privatbesitz, auch in öffentlichen Verwaltungen aufgrund von Kontakten, als Bonn noch Bundeshauptstadt war und die meisten Botschaften in Bonn residierten.
Schelers besonderes Interesse galt seit seiner Jugend neben der Malerei der Fotografie. Mit zehn Jahren kaufte er seine erste analoge Kamera, eine Praktica aus den 50er Jahren. Er erlernte bei einem befreundeten Fotografen mit 15 Jahren das Handwerk der klassischen Fotografie. Später machte er sich vertraut mit der Laborarbeit, der Filmentwicklung, der Ausbelichtung von schwarz-weiß Fotografien auf Barytpapier, später auch Farbabzüge auf Ilford Cibachrome im eigenen Fotolabor. Im Lauf der Jahre erprobte er verschiedene Kamerasysteme und -marken, eh er von der Analogfotografie 2015 zu Fujifilm Digitalkameras wechselte.
Während seines Studiums begannen seine regelmäßigen Reisen in die skandinavischen Länder, meist mit Zelt und Rucksack, immer dabei auch die Kamera. Angeregt durch die Lektüre der frühen Entdecker und Abenteurer (Nansen, Amundsen, Scott, Shackleton, Franklin etc.) wurde seine Neugier auf die nördlichsten Polarregionen verstärkt. Expeditionen mit Segelschiffen führten ihn drei Mal nach Grönland und 2025 zum zweiten Mal nach Spitzbergen. Auch die Antarktische Halbinsel und South Georgia im südlichen Polarmeer war 2018 eins seiner lang gehegten Ziele, die auch sein fotografisches Portfolio vervollständigten.
Von einer der letzten Reisen mit einem Segelschiff während der Coronazeit im September des Jahres 2022 geben seine Fotos und sein dazu erschienener Bildband „Scoresby Sund Grönland“ einen interessanten Einblick in eine stark dem Wandel unterliegende Landschaft. Die Ostküste Grönlands, die nur wenigen Menschen bekannt und wegen des Eises nur wenige Monate im Jahr zugänglich ist, beeindruckt durch bis zu 2000m hohe Gebirgszüge, durchzogen von dem weltweit größten Fjordsystem mit hunderten von Gletschern, unzähligen Eisbergen und einem von allen menschlichen Siedlungen mehr als 800 km entfernten Dorf Ittoqqortoormiit mit ca. 300 Einwohnern. Die Aufnahmen von dieser Reise entstanden mit der Fujifilm X-T3.
Schelers Fotografien sind nicht bloß Dokumentation von Natur und Landschaft unter dem Aspekt des Klimawandels. Sein fotografisches Augenmerk und Interesse gilt dem Zusammenspiel des Lichts mit den unendlichen skulpturalen Formen des Eises, den zahllosen Abstufungen von Blautönen und Weißskalierungen der Gletscher, der Kontrastierung von Wasser und alpiner Bergwelt neben der Vielfalt von arktischer Fauna und Flora. Diese Atmosphäre einzufangen, bedarf einiger technischer Herausforderung an das Material, nicht zuletzt auch an die physische Verfassung und Geduld des Fotografen.
Winfried Schelers Bildband zeugt von dem magischen Reiz der Insel. Ohne ein Kunstwerk sein zu wollen, heben sich die Fotografien wie Unikate aus der Flut der Bilder. Sie bleiben in Erinnerung – nicht nur hier in qualitativ hochwertig gedruckter und gebundener Form.