Online-Seminar: Dr. Cyrus Alamouti: KI in der Zahnarztpraxis - Von der Theorie zur echten Integration
Fortbildungsfragen (nur eine richtige Antwort ist möglich)
Modul 1: Paradigmenwechsel - Was KI wirklich bedeutet
1. Eine Praxis versendet automatisch eine Recall-Mail, sobald die letzte professionelle Zahnreinigung mehr als sechs Monate zurückliegt. Wie ist dieses Verfahren einzuordnen?
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A) Künstliche Intelligenz, weil das System selbstständig handelt
B) Automatisierung, weil eine vorher festgelegte Wenn-dann-Regel ausgeführt wird
C) Digitalisierung, weil Patientendaten digital gespeichert sind
D) Maschinelles Lernen, weil das System aus dem Patientenverhalten lernt
2. Was verlangt Artikel 4 der KI-Verordnung von einer Praxis, die KI-Systeme einsetzt?
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A) Ein anerkanntes Zertifikat für jede Person, die mit dem System arbeitet
B) Den Nachweis, dass mindestens ein System der Praxis KI-gestützt arbeitet
C) Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz der beteiligten Personen, abgestuft nach Vorkenntnissen und konkretem Einsatz
D) Eine Meldung des KI-Einsatzes an die zuständige Marktüberwachungsbehörde
Modul 2: Der digitale Patient als Grundlage - Intraoralscan, DVT und Gesichtsscan
3. Für welchen Zweck darf ein DVT angefertigt werden?
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A) Zur Vervollständigung des digitalen Patientenavatars
B) Nur bei rechtfertigender Indikation, wenn der individuelle gesundheitliche Nutzen die Strahlenexposition überwiegt
C) Zur besseren Patientenkommunikation, weil dreidimensionale Bilder überzeugender wirken
D) Zur internen Qualitätsstatistik der Praxis
4. Was leistet die Zusammenführung von Intraoralscan, DVT und Gesichtsscan zu einem digitalen Patientenavatar?
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A) Sie erhöht die Messgenauigkeit der einzelnen Datensätze
B) Sie ersetzt die klinische Untersuchung durch ein vollständiges Modell
C) Sie schafft Kontext, indem Strukturen in Beziehung zueinander sichtbar werden — die Präzision der Einzeldaten steigt dadurch nicht
D) Sie gleicht Fehler einzelner Aufnahmen rechnerisch aus
Modul 3: KI in der Diagnostik - Was die Systeme können und was nicht
5. Eine Metaanalyse zur algorithmischen Kariesdetektion auf Bissflügelaufnahmen berichtet eine Sensitivität von etwa 0,84 an der Dentinläsion und etwa 0,71 an der Schmelzläsion. Was folgt daraus für die Praxis?
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A) Die Systeme eignen sich besonders als Frühwarnsystem für beginnende Läsionen
B) Bei frühen Läsionen sollte man sich nicht allein auf die Markierung verlassen; eine fehlende Markierung ist keine Entwarnung
C) Die Werte lassen sich unmittelbar auf jedes Produkt übertragen, das Kariesdetektion anbietet
D) Die Systeme ersetzen bei Dentinläsionen die klinische Befundung
6. Wie ist die Datenlage zur KI-gestützten Erkennung des zweiten mesiobukkalen Kanals (MB2) einzuordnen?
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A) Eine große randomisierte Studie belegt einen verbesserten Behandlungserfolg
B) Es liegt keinerlei Untersuchung zu diesem Anwendungsfeld vor
C) Eine systematische Übersicht konnte von 52 gesichteten Arbeiten vier einschließen; das reicht für einen Hinweis auf assistiven Nutzen, nicht für einen Nachweis verbesserten Behandlungserfolgs
D) Die Datenlage ist gleichwertig zu der bei der automatischen Segmentierung
Modul 4: KI in der Therapieplanung - Vom Therapieziel aus planen
7. Was bedeutet Backward Planning in der Implantatplanung?
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A) Die Implantatposition wird ausschließlich aus dem verfügbaren Knochenangebot abgeleitet
B) Das prothetische Ziel führt, die Anatomie setzt Grenzen — aus der angestrebten Kronenposition werden Achse, chirurgische Position und Schablone abgeleitet
C) Die Planung erfolgt rückwirkend nach der Insertion zur Dokumentation
D) Ein Algorithmus berechnet die optimale Position ohne Zutun des Behandlers
8. Welche Aussage über KI in der digitalen Funktionsdiagnostik trifft zu?
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A) Bewegungsanalysesysteme werten Kiefergelenkbahnen mit validierten KI-Modellen aus
B) Die Messsysteme erfassen Sensordaten; klinisch validierte KI-Anwendungen dieser Art sind zum Redaktionsstand der Reportreihe nicht bekannt — welche Schritte KI nutzen, ist für die konkrete Softwareversion zu prüfen
C) Teethan misst die Kraftverteilung an den Kontaktpunkten mittels KI
D) Ohne KI-gestützte Bewegungsanalyse ist eine funktionelle Planung nicht möglich
Modul 5: Patientenkommunikation - Visualisierung, Aufklärung und patientennahe KI
9. Ein Patient sieht eine fotorealistische Smile-Design-Darstellung seines möglichen Ergebnisses. Was ist dabei zu beachten?
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A) Die Darstellung ist eine verbindliche Zusage, sobald sie auf Patientendaten beruht
B) Sie kann als Zusage missverstanden werden; Datengrundlage, Machbarkeitsprüfung und verbleibende Unsicherheiten sind zu erläutern
C) Ein schriftlicher Hinweis im Behandlungsvertrag macht eine mündliche Erläuterung entbehrlich
D) Simulationen und klinische Planungen schließen einander aus
10. Ein Telefonassistent beantwortet in der Praxis eingehende Anrufe eigenständig. Was gilt?
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A) Solange kein Behandlungsbezug besteht, gelten keine besonderen Anforderungen
B) Das System kann die Aufklärung übernehmen, wenn es korrekt informiert
C) Bei direkt interagierenden Systemen sind die einschlägigen Informationspflichten zu berücksichtigen; das erforderliche mündliche Aufklärungsgespräch durch eine qualifizierte Person ersetzt es nicht
D) Automatisierte Terminerinnerungen und dialogführende Systeme sind rechtlich gleich zu behandeln
Modul 6: KI im Praxismanagement - Prozesse, Rollen und Verantwortung
11. Eine Praxis sichert ihre Daten täglich auf eine dauerhaft angeschlossene externe Festplatte. Wie ist das zu bewerten?
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A) Ausreichend, sofern die Sicherung täglich erfolgt
B) Unzureichend: Eine dauerhaft verbundene Sicherung wird bei einem Verschlüsselungsangriff mitverschlüsselt; erforderlich sind drei Kopien auf zwei Medien, eine davon außer Haus und getrennt
C) Ausreichend, wenn zusätzlich ein RAID-System betrieben wird
D) Nur relevant für Einrichtungen oberhalb der NIS-2-Schwellenwerte
12. Eine Praxis hat Betrieb, Wartung und Datensicherung vollständig an einen IT-Dienstleister vergeben. Wer trägt die Verantwortung für die IT-Sicherheit?
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A) Der Dienstleister, sobald ein Wartungsvertrag besteht
B) Die Verantwortung teilt sich hälftig zwischen Praxis und Dienstleister
C) Die Praxisleitung — delegieren lässt sich die Ausführung, nicht die Verantwortung
D) Die zuständige Kassenzahnärztliche Vereinigung
Modul 7: Recht, Ethik und Sicherheit - Was gilt, wenn KI mitentscheidet
13. Eine diagnostische Dental-KI ist als Medizinprodukt CE-gekennzeichnet. Ist sie damit automatisch ein Hochrisiko-KI-System?
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A) Ja, jedes Medizinprodukt mit KI gilt als Hochrisiko-System
B) Nein — nach Art. 6 Abs. 1 KI-VO müssen zwei Bedingungen zusammenkommen: Sicherheitsbauteil oder Produkt nach Anhang I und eine Konformitätsbewertung unter Beteiligung einer Benannten Stelle
C) Nein, KI-Systeme in der Medizin sind von der KI-Verordnung ausgenommen
D) Ja, sobald das Produkt eine diagnostische Zweckbestimmung hat
14. Ein Behandler folgt einem KI-Vorschlag begründet nicht. Wie ist das zu bewerten?
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A) Unzulässig, sobald das System für den Anwendungsfall validiert ist
B) Zulässig, aber nur nach Rücksprache mit dem Hersteller
C) Zulässig und Teil der ärztlichen Aufgabe — vorausgesetzt, die Begründung ist dokumentiert
D) Ohne Bedeutung, da die Verantwortung beim Hersteller liegt
Modul 8: Umsetzung in der Praxis - Vom Wissen zum Ablauf in zwölf Monaten
15. Warum steht in der Zwölf-Monats-Roadmap das Ordnen von Erfassung, Prüfschritten und Ablage vor der ersten KI-Anwendung?
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A) Weil die KI-Verordnung diese Reihenfolge vorschreibt
B) Weil ohne geordnetes Datenfundament keine Anwendung trägt — ein Befundungssystem auf unvollständigen oder ungeeigneten Aufnahmen kann keine verlässliche Auswertung liefern
C) Weil Anbieter die Einführung sonst nicht unterstützen
D) Weil die Datensicherung erst nach der Anwendung geprüft werden kann
16. Eine Praxis will nach der Einführung eines neuen Ablaufs den Erfolg beurteilen. Was ist der entscheidende Schritt?
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A) Nach drei Monaten die Zufriedenheit im Team abfragen
B) Die Herstellerangaben zur Zeitersparnis zugrunde legen
C) Aufwand, Reibung und Verständnis bereits vor der ersten Änderung erheben — ohne Ausgangswert ist jede spätere Zahl eine Behauptung
D) Den Umsatz vor und nach der Einführung vergleichen
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